Das Wichtigste
- Aserbaidschan gewährt Inhabern aller südkoreanischen Passtypen visumfreien Zugang.
- Die Ankündigung folgte einem diplomatischen Treffen am 17. Juni 2026 in Baku.
- Startdatum, erlaubte Aufenthaltsdauer und Regeln zur Mehrfacheinreise sind noch nicht bestätigt.
- Derzeit brauchen Reisende aus Südkorea ein eVisa für die Einreise nach Aserbaidschan.
Die Befreiung gilt für alle südkoreanischen Passtypen und wurde nach einem Treffen der Außenamtsvertreter beider Länder am 17. Juni in Baku angekündigt
Aserbaidschan hat angekündigt, südkoreanische Staatsbürger ohne Visum ins Land zu lassen – und zwar Inhaber aller von der Republik Korea ausgegebenen Passtypen. Die Entscheidung wurde am 17. Juni 2026 bekannt, nachdem der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramov in Baku eine Delegation unter Leitung des südkoreanischen Vize-Außenministers Chung Eui-hae empfangen hatte. Das geht aus einer Pressemitteilung auf der Website des aserbaidschanischen Außenministeriums hervor.
Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber der bisherigen Regelung. Reisende aus Südkorea mussten bislang vor der Reise ein eVisa für Aserbaidschan beantragen – ein Onlineverfahren zur Genehmigung. Sobald die Befreiung gilt, entfällt diese Pflicht für koreanische Staatsangehörige vollständig.
Das aserbaidschanische Außenministerium ordnet die Entscheidung in einen größeren Vorstoß ein, Tourismus, Handel und persönliche Kontakte zwischen beiden Ländern auszubauen. Sie passt außerdem zu Bakus Ziel, Aserbaidschan als strategisches Bindeglied zwischen Europa und Asien zu positionieren – besonders über den Transport- und Verbindungskorridor “Middle Corridor”, für den die Regierung aktiv wirbt.
Wichtige Details fehlen noch
Die Entscheidung selbst ist bestätigt, doch mehrere praktische Punkte sind noch offen. Die Mitteilung des Ministeriums enthielt kein Startdatum, keine maximale Zahl visumfreier Tage für Südkoreaner und keine Angabe dazu, ob Mehrfacheinreisen erlaubt sind. Diese Angaben dürften über offizielle Kanäle folgen, etwa die Konsularseiten des Ministeriums oder das ASAN-Visa-Portal.
Bis dahin gilt für Reisende aus Südkorea: Aserbaidschans allgemeine Einwanderungsregeln bleiben in Kraft. Wer länger als 15 Tage im Land bleibt, muss sich beim staatlichen Migrationsdienst registrieren – das übernimmt in der Regel das Hotel oder die gastgebende Person, die die Unterkunft organisiert.
Ein diplomatisches Treffen weit über Visa hinaus
Das Treffen von Bayramov und Chung hatte eine breite Agenda, die weit über Reiseerleichterungen hinausging. Beide Seiten sprachen über Zusammenarbeit bei Handel, Investitionen, digitalem Wandel, Hochtechnologie, Energiesicherheit, Verkehr und Bildung.
Mehrere bestehende Partnerschaften wurden als Beleg für die Tiefe der Beziehung genannt. Dazu zählten das Baku State Vocational Education Center for Industry and Innovation, das nach koreanischen Bildungsstandards aufgebaut wurde, sowie Doppelabschlussprogramme zwischen Hochschulen beider Länder.
Vor diesem Hintergrund wirkt die Visumbefreiung wie ein praktischer Hebel für eine Beziehung, die beide Regierungen erkennbar beschleunigen wollen: Koreanische Touristen, Geschäftsreisende und Wissenschaftler kommen künftig ohne bürokratische Hürden nach Aserbaidschan.




