In einem historischen Schritt zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen haben Neuseeland und Indien offiziell ein Freihandelsabkommen (FTA) unterzeichnet, das ein bislang einzigartiges Working Holiday Scheme (WHS) für indische Staatsangehörige schafft.
Das am 27. April 2026 unterzeichnete Abkommen schafft einen strukturierten Rahmen, damit junge Inder in Neuseeland reisen und arbeiten können, ergänzt durch erweiterte Wege für Fachkräfte und Studierende.
Die Einführung dieser Programme fällt mit einem breiteren globalen Trend zu vereinfachten Visumverfahren für indische Staatsbürger zusammen. So hat Südkorea kürzlich seinen Erlass der Visumgebühr für indische Reisende bis 2027 verlängert – ein Zeichen für den weltweiten Trend, internationale Mobilität zugänglicher zu machen.
Eine Reise- und Arbeitsmöglichkeit für junge indische Reisende
Nach offiziellen Angaben des neuseeländischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und Handel erlaubt das neue Programm jungen indischen Staatsbürgern, bis zu einem Jahr in Neuseeland zu leben und zu arbeiten. Diese Visumkategorie ist auf ein jährliches Kontingent von 1.000 Plätzen für Antragsteller im Alter von 18 bis einschließlich 30 Jahren begrenzt.
Die Programmregeln legen fest, dass das Visum zwar einen 12-monatigen Aufenthalt mit Mehrfacheinreise erlaubt, die Beschäftigung aber nur eine untergeordnete Rolle spielen soll.
Konkret dürfen Inhaber bis zu 6 Monate bei einem einzelnen Arbeitgeber arbeiten. Um sich zu qualifizieren, müssen Antragsteller einen Hochschulabschluss aus mindestens drei Jahren Vollzeitstudium vorweisen und funktionale Englischkenntnisse nachweisen.
Fachkräfte- und Post-Study-Wege für Inder
Das Freihandelsabkommen geht über den Tourismus hinaus und adressiert Neuseelands Fachkräftemangel, während es indischen Talenten internationale Erfahrung ermöglicht.
Handels- und Investitionsminister Todd McClay kündigte außerdem ein neues Temporary Employment Entry (TEE) Visa an, das ein Verfahren für durchschnittlich 1.667 qualifizierte Arbeitsvisa mit dreijähriger Laufzeit pro Jahr schafft. Diese Möglichkeiten richten sich gezielt an vorrangige Branchen wie IT, Ingenieurwesen, Gesundheitswesen und Bildung.
Das Abkommen führt zudem eigene Kategorien für kulturelle und traditionelle Tätigkeiten ein, darunter Ayurveda-Therapeuten, Yogalehrer und Lehrer für klassische indische Musik. Darüber hinaus erhalten indische Studierende in Neuseeland erweiterte Arbeitsrechte nach dem Studium: Bachelor- und Masterabsolventen der MINT-Fächer können bis zu 3 Jahre arbeiten, Doktoranden (PhD) bis zu 4 Jahre bleiben.
Wie Minister Todd McClay bei der Unterzeichnungszeremonie erklärte:
„Dieses Abkommen, wie es nur einmal in einer Generation vorkommt, verschafft unseren Exporteuren beispiellosen Zugang zu 1,4 Milliarden Menschen … und schafft beispiellose Chancen für junge Inder und Fachkräfte, internationale Erfahrung zu sammeln.“
Umsetzung und nächste Schritte für indische Reisende
Zwar ist das Abkommen offiziell unterzeichnet, doch Immigration New Zealand weist darauf hin, dass diese Kategorien noch nicht für Anträge geöffnet sind.
Das Freihandelsabkommen muss in beiden Ländern eine formelle parlamentarische Vertragsprüfung und Ratifizierung durchlaufen, bevor die ersten 1.000 Visa verfügbar werden. Interessierte Antragsteller sollten die Website von Immigration New Zealand im Blick behalten, um den genauen Starttermin und die formellen Antragshinweise zu erfahren.




