Das Papierformular, das früher an Bord ausgeteilt wurde verschwindet zunehmend. Länder wie Thailand, Singapur, Malaysia, Indien und die Philippinen verlangen inzwischen, dass du vor dem Abflug online eine digitale Arrival Card ausfüllst - und ohne sie kann dir im Zweifel die Beförderung verweigert werden.
Dieser Leitfaden erklärt, worauf es vor deiner nächsten Reise ankommt.
Die kurze Antwort
Eine Arrival Card ist ein Formular, mit dem die Einwanderungsbehörden eines Landes erfassen, wer du bist, warum du einreist, wie lange du bleibst und wo du dich aufhältst.
Sie ist auch als Landing Card, Disembarkation Card oder Einreisekarte bekannt. In der Regel werden deine Passdaten, Kontaktangaben, Reisedaten, deine Adresse am Zielort und teilweise Gesundheits- oder Zollerklärungen abgefragt. Also die Informationen, die nicht bereits in deinem Reisepass stehen.
Das Wichtigste vorweg: Eine Arrival Card ist kein Visum. Sie berechtigt dich für sich genommen nicht zur Einreise. Sie ergänzt dein Visum oder deine Visumbefreiung - in den meisten Fällen benötigst du also zusätzlich das passende Visum oder eine Reisegenehmigung, um tatsächlich einreisen zu können. Sie entspricht dem früheren Formular aus dem Flugzeug, nur dass es online ausgefüllt wird und zunehmend bereits vor dem Abflug vorliegen muss.
Wer benötigt eine Arrival Card?
An diesem Punkt entsteht bei vielen Reisenden Unsicherheit. Ob du eine Arrival Card benötigst, hängt in erster Linie davon ab, wohin du reist - nicht von deinem Reisepass. Verlangt ein Land eine Arrival Card, gilt dies meist für alle Einreisenden oder alle Nicht-Staatsbürger, unabhängig von der Nationalität. Dein Pass ist vor allem für die separate Frage relevant, ob du ein Visum benötigst.
Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Die eigenen Staatsbürger müssen die Karte in der Regel nicht ausfüllen - die Philippinen bilden hier allerdings eine wichtige Ausnahme: Dort müssen sich auch philippinische Staatsbürger, im Ausland Beschäftigte und Rückkehrende registrieren. Manche Länder sehen zudem gezielte Ausnahmen vor: Malaysias Arrival Card gilt beispielsweise für die meisten ausländischen Besucher, nicht jedoch für Staatsbürger Singapurs. Da sich diese Regelungen je nach Nationalität unterscheiden und regelmäßig ändern, empfiehlt es sich, vor jeder Reise den konkreten Fall kurz zu prüfen.
Warum die Arrival Cards digital wurden
Über Jahrzehnte gab es die Arrival Cards ausschließlich auf Papier: ausgehändigt an Bord, ausgefüllt während des Flugs, abgegeben bei der Landung. Immer mehr Länder lösen dieses System nun ab - aus mehreren praktischen Gründen: schnellere Abfertigung bei der Einreise, weniger Papieraufkommen und verlässlichere Daten für die Grenzbehörden.
Der Wandel verlief zügig. Südkorea stellte seine Papier-Einreisekarten zum 1. Januar 2026 ein und setzte auf ein vollständig digitales System um. Indien führte seine eArrival Card zum 1. April 2026 verpflichtend ein und ersetzte damit ein seit den 1960er-Jahren eingesetztes Papierformular. Insbesondere in Asien sind digitale Arrival Cards heute die Regel und nicht mehr die Ausnahme.
Welche Länder sie 2026 verlangen
Die Liste wird länger. Dies sind die Länder, nach denen Reisende derzeit am häufigsten fragen - die meisten Karten gelten für alle ausländischen Besucher (auch für visumbefreite) und sind innerhalb von 72 Stunden vor der Ankunft einzureichen.
- Thailand - Digital Arrival Card (TDAC): Pflicht für alle ausländischen Reisenden bei Einreise über Luft, Land oder See, auch ohne Visumspflicht. Sie hat die frühere Papierkarte TM6 ersetzt.
- Singapur - SG Arrival Card (SGAC): Pflicht für nahezu alle ausländischen Besucher und zugleich elektronische Gesundheitserklärung. Fluggesellschaften prüfen sie inzwischen am Abfluggate.
- Malaysia - Digital Arrival Card (MDAC): Pflicht für die meisten ausländischen Besucher. Staatsbürger SIngapurs, Personen mit Daueraufenthaltsrecht und einige weitere Gruppen sind ausgenommen.
- Indien - eArrival Card: Pflicht für alle ausländischen Reisenden und OCI-KArteninhaber (indische Passinhaber sind ausgenommen), inzwischen auch an Land- und Seegrenzen.
- Philippinen - eTravel-Registrierung: Pflicht für alle, auch für philippinische Staatsbürger und Kinder, sowohl bei der Einreise als auch bei der Ausreise. Sie fasst die Arrival Card, die Gesundheits- und die Zollerklärung zusammen.
- Südkorea - eArrival Card: Pflicht für die meisten Reisenden; wer ein gültiges K-ETA besitzt, ist ausgenommen.
- Taiwan - Arrival Card (TWAC): Pflicht für alle ausländsichen Besucher ohne Aufenthaltsgenehmigung, einschließlich visumbefreiter Reisender.
- Indonesien - All Indonesia Arrival Card: Pflicht für alle internationalen Einreisenden; sie vereint Einwanderungs-, Zoll- und Gesundheitserklärung in einem einzigen Formular.
Einige Länder handhaben es anders: Australien nutzt weiterhin eine Incoming Passenger Card aus Papier, Japan ermöglicht die Vorab-Erfassung der Daten über Visit Japan, und Länder wie die USA und Kanada haben Arrival Cards vollständig abgeschafft. Da sich die Regelungen häufig ändern, ist diese Liste nicht abschließend - prüfe vor der Reise stets die Anforderungen für dein Zielland und deinen Reisepass.
So funktioniert es
Der Ablauf ist nahezu immer gleich:
- Formular online ausfüllen, meist innerhalb von 72 Stunden vor der Ankunft
- Pass- und Reisedaten eingeben
- Die Bestätigung sichern, die du erhältst - in der Regel ein QR-Code
Fluggesellschaften prüfen die Arrival Card zunehmend vor dem Boarding, und die Grenzbeamten verlangen sie bei der Landung. Beachte dabei eine häufige Fehlerquelle: Viele dieser Systeme zeigen die Bestätigung nur einmalig an. Indiens eArrival Card etwa erzeugt beim ABsenden einen QR-Code - wird der Browser geschlossen, ohne ihn zu speichern, lässt er sich nicht erneut abrufen. Erstelle einen Screenshot, lade ihn herunter oder drucke ihn aus, bevor du fortfährst.
Lässt sich das nicht einfach bei der Ankunft erledigen? In den meisten dieser Länder sind die Papierkarten abgeschafft - Thailand, Singapur, Indien, Südkorea und Indonesien haben sie alle ausgemustert. Häufig kannst du das digitale Formular zwar noch nach der Landung ausfüllen, am Flughafen-Kiosk oder auf dem Smartphone, dies bedeutet jedoch meist eine gesonderte, längere Warteschlange - und viele Fluggesellschaften verweigern ohne Karte bereits das Boarding. Einzelne Länder wie AUstralien geben weiterhin klassische Papierkarten aus. In jedem Fall entscheidet das Ausfüllen vor dem Abflug darüber, ob du zügig durchkommst oder in der Schlange stehst.
Zwei Punkte werden besonders oft übersehen. Erstens ist das Timing strenger, als es scheint: Bei einer zu frühren Einreichung kann das System das Formular ablehnen, bei einer zu späten riskierst du, nicht befördert zu werden - die 72-Stunden-Frist ist also in beide Richtungen relevant. Zweitens benötigt jede reisende Person eine eigene Arrival Card, auch Säuglinge und Kinder, die im Pass eines Elternteils eingetragen sind. In den meisten Ländern gibt es kein gemeinsames Familienformular, sodass die Karte der Kinder leicht vergessen wird.
So gehst du richtig vor
Gehe vor der Reise diese Checkliste durch: Prüfe, ob dein Zielland eine Arrival Card verlangt, stelle sicher, dass du auch das richtige Visum oder die richtige Reisegenehmigung besitzt, fülle das Formular rechtzeitig über eine vertrauenswürdige Quelle aus und sichere den QR-Code so, dass er auch offline verfügbar ist. Wer früh beginnt, vermeidet, dass eine technische Störung in letzter Minute den Flug gefährdet.
Die offiziellen Portale sind kostenlos, aber fehleranfällig in der Handhabung – bei allen Karten ist der häufigste Grund für eine Ablehnung oder Verzögerung ein Tippfehler im Pass oder eine Angabe, die nicht exakt mit deinen Dokumenten übereinstimmt. Hier setzt iVisa an: Du kannst deine Daten zu einem beliebigen Zeitpunkt eingeben, ein Experte prüft das Formular vor dem ABsenden auf Fehler, und iVisa reicht es passgenau innerhalb des korrekten 72-Stunden-Fensters ein. Zudem lässt sich jedes Familienmitglied im selben Vorgang hinzufügen, sodass niemand übersehen wird. Beachte jedoch: Eine Arrival Card garantiert keine Einreise - diese Entscheidung liegt stets bei den Grenzbeamten an deinem Einreiseort.
Eine Arrival Card ist nur ein kleiner Teil der Reisevorbereitung - aber einer, der leicht übersehen und ebenso leicht korrekt erledigt wird, sobald man weiß, worauf es ankommt.