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Mauritius plant eVisa/ETA im Haushalt 2026/27 | iVisa

Strandhütte an türkisfarbenem Wasser auf Mauritius
Photo — Unsplash

Das Wichtigste

  • Der Haushalt 2026-2027 von Mauritius bestätigt Pläne für ein digitales Reisegenehmigungssystem für Nicht-Staatsbürger.
  • Die Haushaltsrede nennt es eVisa; der offizielle Anhang spricht von einer Electronic Travel Authorization (ETA).
  • Es fallen Gebühren an, doch Höhe, Gültigkeit und Ausnahmen wurden noch nicht bekannt gegeben.
  • Der Haushalt umfasst außerdem Änderungen beim Golden Visa, Anpassungen des Occupation Permit und ein "Study in Mauritius"-Portal.

Haushaltsdokumente beschreiben das System sowohl als eVisa als auch als Electronic Travel Authorization – Gebühren, Starttermin und Ausnahmen stehen noch nicht fest

Mauritius hat sich offiziell dazu verpflichtet, ein digitales Reisegenehmigungssystem aufzubauen, das Nicht-Staatsbürger vor ihrer Ankunft auf der Insel zu einer elektronischen Freigabe verpflichtet. Das Vorhaben taucht in den Haushaltsdokumenten 2026-2027 des Landes auf und rückt damit von einer frühen Diskussion in eine konkretere Planungsphase – so die Haushaltsrede und der offizielle Haushaltsanhang der mauritischen Regierung.

Auffällig ist, dass die beiden Dokumente unterschiedliche Begriffe für dasselbe System verwenden. Die Haushaltsrede spricht von einem eVisa, während der offizielle Anhang eine Electronic Travel Authorization (ETA) beschreibt und festhält, dass für die Umsetzung eine Änderung des Einwanderungsgesetzes nötig ist.

Die Haushaltsrede erklärt: „Wir werden ein digitales System einführen, das es allen Nicht-Staatsbürgern ermöglicht, vor der Reise nach Mauritius ein E-Visa zu beantragen, um so die Warteschlangen am Ankunftsterminal zu verkürzen und die nationale Sicherheit zu stärken.“

Was das System leisten soll

Die mauritische Regierung präsentiert das künftige eVisa/ETA-System als Modernisierungsinstrument mit zwei Hauptzielen. Erstens soll es die Wartezeiten an den Einwanderungsschaltern verkürzen, indem Reisedaten schon vor der Abreise erfasst werden, statt alles erst bei der Ankunft zu bearbeiten. Zweitens gilt es als Maßnahme für die nationale Sicherheit: Die Grenzbehörden erhalten strukturierte Daten zu ankommenden Passagieren, bevor diese ihren Flug antreten oder die Passkontrolle erreichen.

Wer es nutzen müsste

Laut den Haushaltsdokumenten gilt das System für alle Nicht-Staatsbürger – nach mauritischem Recht also für jeden, der nicht die mauritische Staatsangehörigkeit besitzt. Weit ausgelegt, könnte das Touristen, Geschäftsreisende, Studierende, ausländische Arbeitskräfte, gebietsansässige Nicht-Mauritier und Reisende aus Ländern erfassen, die derzeit visumfrei einreisen.

Die endgültigen Regelungen sind jedoch noch nicht veröffentlicht. Unklar bleibt, welche Kategorien tatsächlich einen Antrag stellen müssen, ob Gruppen ausgenommen werden und wie das offizielle Portal im Alltag funktioniert. Für Reisende aus Ländern wie Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den USA und anderen Staaten, die derzeit ohne Visum nach Mauritius einreisen, würde das System die visumfreie Einreise nicht zwangsläufig beenden, könnte aber einen verpflichtenden elektronischen Schritt vor dem Boarding oder der Ankunft hinzufügen.

Gebühren bestätigt, aber noch nicht beziffert

Der Haushaltsanhang bestätigt, dass für den ETA-Antrag eine festgelegte Gebühr anfällt, doch in den geprüften Dokumenten wurde kein Betrag genannt. Das dürfte für Reisende wie für die Tourismusbranche zu den am genauesten beobachteten Details gehören. Neben den Kosten bleiben auch Fragen zu Gültigkeitsdauer, Anzahl der erlaubten Einreisen, Bearbeitungszeiten und Rückerstattungsregeln offen.

Für Mauritius, das stark vom internationalen Tourismus abhängt, wird es entscheidend sein, die richtige Balance zu finden. Das System muss schnell und benutzerfreundlich genug sein, damit aus einem berühmt zugänglichen Reiseziel nicht eines mit lästigem Behördenaufwand wird.

Auch Golden Visa und Einwanderungsänderungen im Haushalt

Das eVisa/ETA-System ist nicht die einzige einwanderungsbezogene Maßnahme im Haushalt 2026-2027. Die Regierung skizzierte auch Pläne, ihr Golden-Visa-Programm zu überarbeiten – mit Fokus auf Investoren, die innerhalb von 12 Monaten nach ihrer Ankunft mindestens 1 Million US-Dollar in die mauritische Wirtschaft investieren. Zu den vorrangigen Branchen zählen Fintech, künstliche Intelligenz, Biotechnologie, erneuerbare Energien und andere hochwertige Industrien. Qualifizierte Investoren könnten schließlich berechtigt sein, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen.

Über Investorenvisa hinaus wollen die Behörden den Rahmen des Occupation Permit überarbeiten und mehrere Programme im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Einwanderung anpassen.

Im Bildungsbereich will Mauritius mehr internationale Studierende gewinnen – über ein zentrales „Study in Mauritius“-Portal, erweiterten Zugang zu Arbeit während der Schulferien und Visa nach dem Studium, die Absolventen einen Grund geben sollen, nach ihrem Abschluss im Land zu bleiben.

Diese Maßnahmen richten sich an ein anderes Publikum als das eVisa/ETA-System, doch zusammen zeigen sie, dass Mauritius seinen Einwanderungsrahmen umfassend modernisiert – von Kurzzeittouristen bis hin zu langfristig ansässigen Personen aus Wirtschaft und Wissenschaft.

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